Behandlung und Therapie

Was hilft bei Phantomschmerzen?

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Hilfe bei Phantomschmerzen

Die Stolperstein Sonderausgabe Phantomschmerzen hilft weiter.

Für die Therapie bei Phantomschmerzen bestehen viele verschiedene Ansätze, z. B. gibt es die Behandlung mit Medikamenten, Neuraltherapien, physikalische Behandlungen oder die Phantomschmerztherapie durch medizinische Hilfsmittel mit abschirmender Wirkung

Prophylaxe

Als wichtiger Faktor ist zur Vorbeugung gegen Phantomschmerzen die Behandlung von Schmerzen zu nennen, die bereits vor einer Amputation bestehen. Nach heutigen Erkenntnissen ist die beste Vorbeugungsmaßnahme zur Verhinderung von Phantomschmerzen eine schon vor der Amputation begonnene Schmerztherapie. Im Anschluss an die Operation können durch elektrische Stimulationsverfahren im Bereich des Amputationsstumpfes gute Effekte zur Verhinderung von Phantomschmerzen erzielt werden. Nicht zuletzt ist auch der gute Sitz der Prothese unbedingt zu beachten.

Differentialdiagnostik

Beim Auftreten des Phantomschmerzes muss der Patient auf lokale Ursachen untersucht werden. Diese sind oft nur mit Zusatzuntersuchungen zu erkennen. Lokale Ursachen können eine schlechte Gefäßversorgung, Entzündungen (oberflächliche oder tiefe Infektionen), Nervenerkrankungen (z. B. durch Bandscheibenvorfall mit Ausstrahlung ins Phantomglied) oder Neurome (durch Narbenbedrängungen oder schlechten Prothesensitz) sein. Unter einem Amputationsneurom versteht man eine druckschmerzhafte, geschwulstartige Nervenstumpfverdickung im Narbenbereich nach einer Gliedmaßenamputation. Wird vom Arzt Phantomschmerz diagnostiziert, gibt es verschiedene therapeutische Möglichkeiten: Medikamentöse Therapie Man kann mit herkömmlichen Schmerzmitteln in Kombination mit Vitamin-B-Komplex und Folsäure und/oder mit Psychopharmaka, die direkt Nervenschmerzen hemmen (z. B. Antiepileptika wie Carbamazepin und Valproinsäure) und verschiedenen Antidepressiva, therapieren. Je nach Schmerzintensität können schwach (Oxycodon, Tillidin) oder stark (Morphin) wirksame Opiate verordnet werden. Capsaicin-Salbe hilft bei Überempfindlichkeit des Stumpfes. Calcitonin Infusionen zeigten gute Erfolge, der Wirkmechanismus ist aber noch unbekannt.

Therapie mit Umbrellan Hilfsmitteln

Elektromagnetische Einflüsse gelten als ein möglicher Auslöser von   Phantomschmerzen („Wetterfühligkeit“). Das metallurgische Gestrick Umbrellan kann den Stumpf vor äußeren Einflüssen abschirmen und Phantomschmerzen ohne Nebenwirkungen reduzieren. Weitere Informationen zur Therapie mit den medi RELAX Hilfsmitteln gibt Stolperstein im Kapitel RELAX Produkte.

Neuraltherapie

Unter Neuraltherapie versteht man die Behandlung von Schmerzen durch das „Umspritzen“ einer bestimmten Region mit einem Mittel zur örtlichen Betäubung. Dieses unterdrückt in der Folge die Erregungsübertragung und reduziert die Schmerzen. Speziell zur Behandlung von Phantomschmerzen eignen sich Verfahren, wie die Triggerpunktinfiltration oder Sympathikusblockaden. Bei der Triggerpunktinfiltration werden Schmerzpunkte in der Muskulatur behandelt. Unter Sympathikusblockade versteht man Nervenblockaden, bei denen größere Nerven, die das schmerzhafte Gebiet versorgen, umspritzt werden.

Physikalische Therapie

Hier stehen Massagen, Bäder und Krankengymnastik zur Auswahl. Eine weitere physikalische Therapie ist TENS (Transkutane elektrische Neurostimulation). Dabei erfolgt die Hemmung der Schmerzleitung durch Nervenstimulation mit Strom durch auf der Haut fixierte Elektroden.

Komplementäre Verfahren

Akupunktur, Hypnose und Biofeedback zeigen nach Erfahrungsberichten sehr gute Erfolge in der Schmerztherapie. Häufig lässt sich durch diese Verfahren der Bedarf an Medikamenten deutlich senken. Die Wirksamkeit muss individuell getestet werden.

Psychologische Begleitung

Eine psychologische Begleitung kann zur Schmerzreduktion auf mehreren Ebenen führen. Einerseits kommen Entspannungstechniken, wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation (PMR) zur Anwendung. Andererseits sind auch Therapieverfahren hilfreich, welche die Amputationsbewältigung anstreben.