Was sind Phantomschmerzen?

Schmerzen nach der Amputation

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Was sind Phantomscherzen?

Und was hilft degegen?

Unter Phantomschmerzen leiden ca. 80 Prozent aller Amputierten. Sie werden meist als stechende oder brennende Schmerzen im nicht mehr vorhandenen Gliedmaß, dem so genannten Phantomglied, empfunden.

Als mögliche Ursache von Schmerzen im amputierten Gliedmaß kommen zum einen intern bedingte Schmerzen wie Knochen-, Gefäß-, Nerven-, Wundschmerzen und Neurome, zum anderen extern bedingte Schmerzen wie Druck- und Reibungsschmerzen im Prothesenschaft sowie Phantomschmerz in Frage. Um Betroffenen eine erfolgreiche Therapie zukommen zu lassen, ist es zunächst erforderlich, die verschiedenen Schmerzarten zu unterscheiden, da diese auch unterschiedlich behandelt werden.

Phantomsensationen (-gefühle)

Hierbei handelt es sich um real erlebte, nicht schmerzhafte Empfindungen im amputierten Körperteil. Sie treten nach Amputation fast regelmäßig bei 50 – 90 Prozent der Betroffenen auf, die sich je nach Alter wechselnd unterschiedlich auswirken können, d. h. in höherem Lebensalter treten sie häufiger auf. Als Formen kennen wir das Druck- und Kältegefühl, so genannte kinetische (=bewegende) Phantombewegungen und direkte Stellungs- und Lageempfindungen der Phantomsensationen. Diese sind auf das zentrale Körperschema im Gehirn zurückzuführen. Bei beidseitigen Amputationen finden sich Phantomsensationen auf der dominanten Seite häufiger und an Händen und Füßen am längsten. Dies hängt auch mit dem vermehrten Auftreten dieser Regionen des Bewegungsapparates im Gehirn zusammen. Die Erinnerung im zentralen Gehirn verblasst jedoch und es kommt zu einem so genannten Teleskoping, einer „Phantomschrumpfung“.

Stumpfschmerz

Der Stumpfschmerz tritt sehr häufig und unmittelbar nach der Amputation auf. Schmerztherapeuten bezeichnen ihn auch in der Fachsprache als „Nozizeptorschmerz“. Die Ursache des Schmerzes findet sich unmittelbar im betroffenen Gebiet. Der Schmerz wird über die Haut, die Weichteile und über das Rückenmark zum Gehirn geschickt. Zugrunde liegen können z. B. gutartige Nervenknoten (Neurome), Schmerzen bedingt aus dem Verschleiß angrenzender Gelenke oder venöse Stauungen. Häufig sind es auch Durchblutungsstörungen, Gefäßerweiterungen oder Infektionen von Knochen und Weichteilen, die Schmerzen im Bereich des Stumpfes auslösen können. Seltener werden Stumpfschmerzen durch warzenförmige Gewebevergrößerungen oder andere Hautveränderungen hervorgerufen. Medizinische Untersuchungen weisen unter Umständen eine mangelnde Weichteildeckung, einen Weichteilüberhang, Verwachsungen von Haut und Knochen bzw. Narbengewebe und Nerven nach. Stumpfschmerzen sollten zunächst durch Röntgen und intensive Untersuchungen diagnostisch gut abgeklärt werden.

Phantomschmerz

Der Phantomschmerz ist bereits in der Literatur ab Mitte des 16. Jahrhunderts beschrieben und ein bekanntes Phänomen nach einer Amputation. Je nach befragter Literatur haben zwischen 10 und 90 Prozent, zumindest vorübergehend etwa 70 Prozent der Amputierten Phantomschmerzen. Unter Phantomschmerz versteht man die Übertragung schmerzhafter Empfindungen in nicht mehr vorhandene Körperteile. Der Schmerz wird von Betroffenen häufig als einschießend, brennend, stichartig und krampfartig beschrieben und kann sich rückläufig oder anhaltend äußern. Bei vielen Betroffenen tritt der Schmerz in unterschiedlicher Zeitspanne auf. Der Phantomschmerz kann nach Ausriss von Nerven, wie nach einem schweren Motorradunfall auftreten. Beeinflussende Faktoren des Phantomschmerzes sind emotionaler Stress, Wetterveränderungen, Kältereiz, mechanische Irritation, Wasserlassen und die Stuhlentleerung. Der Phantomschmerz tritt umso häufiger auf, je länger der Patient bereits vor durchgeführter Operation Schmerzen hatte. Man bezeichnet dies auch als das Schmerzgedächtnis.