Diabetes – Die Zuckerkrankheit

Diabetes und Beinamputation

Diabetes (griech. “Durchfluss“) ist die Bezeichnung für einen erhöhten Flüssigkeitsdurchlauf durch die Nieren. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Diabetes meistens kurz für Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit. Diabetes mellitus ist eine im Wesentlichen hormonel bedingte Störung des Kohlenhydratwechsels, der zur Aufnahme, Umsetzung, Verteilung und Abbau der Kohlenhydrate zum Zweck der Energiegewinnung dient. Die ungenügende Verwertungsmöglichkeit der Kohlenhydrate (des Zuckers), führt zu einer Zuckerverarmung der Organe, einer Erhöhung des Blutzuckers und zum Auftreten abnormer schädlicher Stoffwechselprodukte, sowie zu einer Zuckerausscheidung im Harn.

Zum Ausbruch der Zuckerkrankheit führt erst die Einwirkung von schädlichen äußeren Einflüssen wie z. B. Überernährung, Belastung durch Krankheiten und Umstellungsprozesse während der Wechseljahre, etc. Durch diesen Prozess wird nicht selten aus einer Diabetesanlage bzw. einem latenten Diabetes ein manifester Diabetes.

Eine der gefürchtetsten Folgen der Diabetes mellitus kann die Amputation sein (Diabetes Amputation), wobei in den meisten Fällen besonders die unteren Extremitäten betroffen sind (Diabetes Beinamputation). Die Zuckerkrankheit ist tatsächlich eine der häufigsten krankheitsbedingten Ursachen für eine Amputation: das Risiko einer Beinamputation ist für Diabetiker rund 25 Mal so hoch, wie für nicht an Diabetes erkrankte Menschen. Gründe für den Zusammenhang von Diabetes und Beinamputation gibt es gleich mehrere. Der stark erhöhte Blutzuckerspiegel von Diabetikern führt häufig zu Durchblutungsstörungen und Nervenschädigung im Fußbereich (Neuropathie). Zuckerablagerungen, die die schmerzleitenden Nerven im Bein verstopfen, sorgen dafür, dass die Betroffenen häufig bei Diabetes auftretenden Geschwüre (Gangräne) und auch sonstige Schmerzen im Bein nicht mehr spüren. Das effektivste Frühwarnsystem des menschlichen Körpers, der Schmerz, wird somit durch den Diabetes ausgeschaltet. Oft ist es aus diesem Grund bei einem Arztbesuch bereits zu spät: Sind die Nervenschädigungen zu diesem Zeitpunkt schon zu weit fortgeschritten oder haben sich die Geschwüre bereits unbemerkt zu sehr entzündet, gibt es oft keine Alternative zur vollständigen Beinamputation.

Ist man an Diabetes erkrankt, können gewisse Maßnahmen getroffen werden, um eine Beinamputation zu verhindern. Die optimale Einstellung des Blutzuckers ist hierbei definitiv die bedeutsamste Option, da ein normaler Blutzuckerspiegel eine Verstopfung der Blutgefäße und somit die Nervenschädigung verhindern kann. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen trotz Schmerzfreiheit können ebenfalls dazu beitragen, Geschwüre frühzeitig zu erkennen und so eine Beinamputation zu vermeiden. Zur Vorbeugung sollte außerdem ein vollständiger Verzicht von Nikotin und Alkohol erfolgen – beide Stoffe verstärken die Belastung der Blutgefäße zusätzlich und erhöhen somit das Risiko einer Amputation.

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