Schmerzgedächtnis

Was ist das Schmerzgedächtnis?

Das Schmerzgedächtnis ist der Teil des Gehirns, in dem regelmäßig auftretende starke Schmerzen gespeichert werden. Die Nervenzellen am schmerzenden Körperteil lernen gewissermaßen dazu und reagieren, wenn keine Linderung erfolgt, zukünftig bereits bei leichten Reizungen mit starken Schmerzen: der akute Schmerz ist zum chronischen Schmerz geworden. Das bedeutet, dass auch wenn der eigentliche Auslöser nicht mehr da ist, der Schmerz dennoch bleibt. Das Schmerzgedächtnis entsteht dann, wenn das Gehirn denkt, dass der Schmerz vom Körper als Warnung nicht aufgenommen wird, wenn als weder Behandlung noch Linderung erfolgt. Je länger die Schmerzen andauern ohne behandelt zu werden, desto stärker wird das Schmerzgedächtnis ausgeprägt und desto eher werden die Schmerzen chronisch – die Behandlung sollte also möglichst schnell erfolgen. Auch Phantomschmerzen nach einer Amputation sind auf das Schmerzgedächtnis zurückzuführen. Aufgrund der durchtrennten Nerven müssen Strukturen im Gehirn umgebaut werden – dabei können die Nervenenden Schmerzgefühle im fehlenden Körperteil simulieren und bei fehlender Behandlung der Phantomschmerzen chronisch werden.

Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten chronischer Schmerzen

Zur Behandlung vom Schmerzgedächtnis muss dieses nach Möglichkeit gelöscht werden. Die nichtmedikamentösen Behandlungsmöglichkeiten, wie Bewegungs- oder Wärmetherapien und psychologische Behandlungen, bei denen versucht wird, das Schmerzverständnis im Gehirn zu ändern, sind eine Möglichkeit mit dem Schmerzgedächtnis umzugehen und es wieder zu löschen. Eine medikamentöse Therapie zur Löschung des Schmerzgedächtnisses folgt dem sogenannten Dreistufenprinzip: je nach Stärke der Schmerzen, werden verschiedene Schmerzmittel und Opiate verschrieben, die der Linderung und damit dem Abbau der chronischen Schmerzen dienen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Schmerztherapien zwar von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden können, jedoch nicht jede Behandlungsoption durch jede Versicherung abgedeckt ist. Sollten Sie unter chronischen Schmerzen in Folge eines entstandenen Schmerzgedächtnisses leiden, wenden Sie sich an Ihren Arzt, der Ihnen einen Versorgungsbedarfsplan erstellen kann, womit eine Kostenrückerstattung durch die Krankenkassen erleichtert wird.

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