Fragen zur Rehabilitation

Fragen rund um die Rehabilitation nach einer Beinamputation

Die Rehabilitation ist der erste wichtige Schritt zurück in ein normales Leben. Jedoch gibt es immer wieder Fragen rund um die Rehabilitation.

Wann beginnt nach einer Beinamputation die Rehabilitation?

Die Rehabilitation Beinamputierter erfolgt prinzipiell bereits vor der Operation und setzt sich nach der Operation in der Amputationsklinik fort.

Wichtigster Gesichtspunkt in der Rehabilitation vor der Operation ist die verantwortungsvolle Auswahl der Amputationshöhe. Die Rehabilitationsaussicht des Patienten und eine optimale Anpassung der Prothese ist von der Höhe der Amputation abhängig.

Zusätzlich kann vor der Operation durch Krankengymnastik die Stützkraft der Arme und des erhaltenen Beines trainiert werden. Gegebenenfalls kann auch schon versucht werden, Muskelverkürzungen an dem betroffenen Bein zu behandeln.

Nach erfolgter Operation schließt sich unmittelbar, soweit das im Amputationskrankenhaus möglich ist, die Rehabilitation mit prothetischer Versorgung an. Baldmöglichst, in der Regel 2 – 3 Wochen nach der Operation, sollte dann die Verlegung in eine geeignete Rehabilitationsklinik erfolgen.

Die Wunden müssen zu diesem Zeitpunkt größtenteils ausgeheilt sein, eine komplette Ausheilung ist in der Regel nicht zwingend erforderlich. In geeigneten Rehabilitationskliniken besteht das notwendige Know-how für eine fachgerechte Wundbehandlung und die notwendigen vorbereitenden Maßnahmen zur Optimierung der Versorgung mit Prothese.

Wie lange dauert die Rehabilitation?

Die Dauer der Rehabilitation in einer entsprechenden Einrichtung variiert von Patient zu Patient und kann zwischen 3 und 10 Wochen betragen.

In welchen Fällen ist eine ambulante Rehabilitation möglich?

Generell sollten Amputierte immer stationär rehabilitiert werden. Eine Ausnahme können Maßnahmen sein, die bei schon länger amputierten Patienten mit Prothese zur „Auffrischung“ erfolgen.

Wann eine stationäre Rehabilitation nötig?

Die Komplexität der notwendigen Maßnahme kann in der Regel nur stationär gewährleistet werden. Zudem benötigen die Patienten in den ersten Wochen nach der Operation auch noch Maßnahmen aus dem Bereich der Pflege, die im häuslichen Umfeld so nicht garantiert werden können.

Kann ich mir die Rehabilitationsklinik als Patient selbst aussuchen?

Die Auswahl der Rehabilitationseinrichtung erfolgt durch den jeweils zuständigen Kostenträger (Rentenversicherung, Krankenkasse, Berufsgenossenschaft), wenn ein entsprechender Antrag vom behandelnden Arzt oder dem Sozialdienst der Klinik gestellt wurde.

Die Rehabilitation Amputierter erfolgt in der Regel wohnortnah. Eine direkte Einflussnahme des Patienten auf die Auswahl der Einrichtung sieht dieses Verfahren nicht vor. Dem mündigen Patienten kann aber aus unserer Sicht eindeutig geraten werden, selbst Initiative zu ergreifen, wenn eine seiner Meinung nach ungeeignete Einrichtung (zum Beispiel aus Konstengründen) ausgewählt oder vorgeschlagen wird.

Darf der Patient während der Rehabilitation nach Hause?

Prinzipiell ist der Patient während der stationären Rehabilitation frei und darf selbstverständlich auch das Klinikgelände verlassen.

Regelrechte Beurlaubungen müssen allerdings beim Kostenträger angemeldet werden. Beurlaubungen können sinnvoll sein, um zu testen, ob der Patient bereits wieder im häuslichen Umfeld zurechtkommt. Teilweise ist für den Patienten ein Besuch im häuslichen Umfeld auch aus psychischen Gründen sinnvoll.

Die Schwere der Erkrankung und die Notwendigkeit der stationären Betreuung lässt dies jedoch für die meisten Patienten wenig sinnvoll erscheinen. Bei jüngeren Patienten, die bereits auch wieder eine Mobilität außer Haus erreicht haben, kann dies jedoch ein Thema sein. Allerdings haben die Patienten in der Regel auch am Wochenende Therapieprogramme, so dass dies abgesprochen werden muss.

Wie viele Stunden am Tag werden zur Rehabilitation benötigt?

Dies ist ebenfalls nur sehr individuell zu sehen. Ein junger dynamischer Amputierter hat ein anderes Therapieprogramm als ein älterer Amputierter mit geringen Kraftreserven.

In der Regel erfolgt täglich eine Einheit Krankengymnastik mit Gangschulung, hinzukommen Behandlungseinheiten aus den Bereichen der Ergotherapie, balneo-physikalische Therapie (z. B. Bäder, Massagen, Elektrotherapie etc.), Sporttherapie und Pflegetherapie.

Die zeitliche Ausdehnung mit Pausen über den Tag verteilt beträgt zwischen 3 und 4 Stunden, wobei die Therapieeinheiten in der Regel halbstündig angesetzt sind.

Wer übernimmt die Kosten für eine Rehabilitation?

Die Finanzierung erfolgt in der Regel durch die Träger der Sozialversicherung (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung), sofern ein entsprechender Versicherungsschutz besteht.

Kann auch das private Umfeld des Patienten zur Rehabilitation beitragen?

Das häusliche Umfeld und die Unterstützung durch Verwandte / Bekannte kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Häufig ist es nur möglich, den Patienten prothetisch zu versorgen, wenn eine entsprechende Unterstützung im häuslichen Umfeld gewährleistet ist.

Beispielsweise werden die Angehörigen, soweit in der Lage, von Ergotherapeuten und Krankengymnasten angelernt, dass sie dem Patienten beim Anziehen der Prothese helfen können. Außerdem wird mit den Angehörigen die Umgestaltung des Wohnumfeldes besprochen und umgesetzt. Auch zur psychischen Stabilisierung des Patienten trägt das private Umfeld bei.

Die Entscheidung, ob der Patient überhaupt mit einer Prothese versorgt werden soll, kann erheblich davon abhängen, ob eine entsprechende Unterstützung im häuslichen Umfeld vorhanden ist.

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