Tipps im Umgang mit Prothesen

12 Tipps – Im Umgang mit der Prothese

  1. Feuchtigkeit
    Normale Alltags-Feuchtigkeit, z. B. Spritzwasser oder Regen, stellt kein Problem dar. Eine Benutzung im Wasser ist aber nicht möglich (Ausnahme: separate „Badeprothese“).
  2. Hitze
    Starke Hitzeeinwirkung, wie z. B. übermäßige Sonneneinstrahlung/ Heizungswärme, muss vermieden werden. Eine Temperatureinwirkung von über 50° Celsius kann Bauteile und Passform negativ beeinflussen.
  3. Sport
    Die Prothese ist exakt auf individuelle Bedürfnisse wie Aktivitätsgrad und Körpergewicht abgestimmt, weshalb eine Mehrbelastung der Prothese schaden kann. Um Schaden an der Prothese zu vermeiden und die Sicherheit nicht zu gefährden, sind besonders hohe Belastungs- und Aktivitätsansprüche mit dem Orthopädietechniker zu besprechen.
  4. Phantomschmerzen
    Betroffene beschreiben Phantomschmerzen als brennende, stechende, reißende Schmerzen, die sie im nicht mehr vorhandenen Körperteil empfinden. Expertenmeinungen zu Folge sind rund 80 Prozent aller Amputierten zumindest zeitweise von Phantomschmerzen betroffen. Um Phantomschmerzen zu lindern, gibt es viele Ansätze: Besonders empfehlenswert ist die Anwendung der RELAX Hilfsmittel aus Umbrellan, denn Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
  5. Kraftfahrzeuge
    Eine Amputation schränkt die Fahrtüchtigkeit des Anwenders ein. Zur Prüfung der Fahrtüchtigkeit sowie für eventuell notwendige Umbauten am Fahrzeug müssen eine Fachwerkstatt sowie der zuständige TÜV besucht werden.
  6. Reinigung und Pflege
    Prothese, Silikonliner und Amputationsstumpf bedürfen einer konsequenten Pflege, da es sonst zu Komplikationen in der Anwendung kommen kann. Mögliche Folgen sind Hautirritationen und – verletzungen bis hin zu Infektionen und Schmerzen, die ein Tragen der Prothese beeinträchtigen oder sogar ausschließen. Die richtige Pflege und Reinigung des Stumpfes sowie Silikonliners ist unerlässlich für eine optimale Nutzung der Hilfsmittel und verhindert den vorzeitigen Verschleiß des Silikonliners.
  7. Volumenschwankungen
    Volumenschwankungen des Stumpfes beeinträchtigen die Passform der Prothese – jedoch sind geringfügige Schwankungen während des Tages normal. Diese „kleineren Stumpfschwankungen“ können mit Stumpfstrümpfen ausgeglichen werden. Stumpfkompressionsstrümpfe helfen, stärkere Schwellungen des Stumpfes zu verhindern.
  8. Scheuer- und Druckstellen
    Beim Tragen einer Prothese kann es zu unangenehmen Scheuer- und Druckstellen kommen. Kleine Druckstellen können immer vorkommen. Grundsätzlich jedoch sollte die Prothese beschwerdefrei sitzen, denn übermäßiger Druck kann zu Komplikationen führen. Bitte wenden Sie sich im Problemfall an den zuständigen Orthopädietechniker oder Ihren Arzt.
  9. Tragedauer
    Jedes Hilfsmittel unterliegt einem bestimmten Verschleiß. Nach Ablauf einer gewissen Tragedauer, muss das Hilfsmittel ersetzt werden, da bei abgelaufener Tragedauer die Sicherheit und Leistungsfähigkeit nicht mehr in allen Fällen vorausgesetzt werden kann – Ihr Orthopädietechniker kennt die optimale und maximale Tragedauer Ihrer Prothesenpassteile!
  10. Regelmäßige Wartung
    Zu Ihrer Sicherheit muss die Prothese regelmäßig auf Passform, Zustand und Funktionalität kontrolliert werden. Diese Inspektion vermindert die Gefahr eines plötzlichen Versagens.
  11. Haftung
    Werden die vorgegebenen Wartungsintervalle von Ihnen nicht eingehalten, ist die Haftung des orthopädischen Fachbetriebes bei Schadensfällen eingeschränkt und kann ggf. ganz entfallen – deshalb ist die regelmäßige Wartung wichtig!
  12. Entsorgung
    Der Fachhandel ist Ihr Ansprechpartner für die umweltgerechte Entsorgung einer alten Prothese.

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