Steffen Zeibig

Erfolgreicher Dressurreiter

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Steffen Zeibig

Der erfolgreiche Dressurreiter ist unter anderem Deutscher Meister und nimmt an den Paralympics teil.

Von Geburt an fehlen Steffen Zeibig der rechte Unterarm, der linke Fuß und das rechte Bein bis zum Oberschenkel. Ein Grund, sich zurückzuziehen ist das für den jungen Mann aber nicht: Als erolgreicher Dressurreiter hat er sich einen Namen gemacht.

Hallo Herr Zeibig, Ihre Prothesen sehen wirklich sehr interessant aus – wo bekommt man denn so etwas?
Das Design ist von meinem Orthopädietechniker vom Sanitätshaus Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH – die Firma hat sich wirklich viel Mühe gegeben, die Prothesen passen wieder bestens und sehen super aus. Als ich angefangen habe, für medi als Model zu arbeiten, haben wir dieses neue Design ausgesucht.

Wie ist es für Sie, als Model zu arbeiten? Und wie sind Sie dazu gekommen?
Modeln, das macht richtig Spaß, natürlich auch nur weil ich mit Prothesen sehr gut laufen kann und man kann anderen Menschen Mut machen. Und wenn es nur der offenere Umgang mit ihrer Behinderung ist. Ich bin ja viel auf Turnieren und Lehrgängen unterwegs, auch in der ganzen Welt. Da noch nebenbei ein Fotoshooting einzubauen, ist nicht so einfach, denn in dieser Zeit muss ich immer jemanden finden, der sich um meine Pferde kümmert. Aber mit Fotografen unterwegs zu sein macht echt Spaß. Bei einem Shooting mit medi am Chiemsee im letzten Spätsommer hat alles angefangen. Und ich denke, ich habe mich auch ganz gut angestellt, zumindest sehen die Bilder so aus …

Heißt das, dass Sie in Zukunft vielleicht öfter modeln?
Meine große Liebe gilt dem Reitsport, das ist und bleibt meine Nummer Eins. Ich reite schon seit ich klein bin und mache nun auch schon lange Leistungssport. Natürlich kann man das nicht ewig machen – aber ich bin ja noch jung und möchte in diesem Bereich auf jeden Fall noch mehr erreichen. Seit vier Jahren gebe ich meine Erfahrungen auch als Trainer weiter, möglicherweise gehe ich später mal in diese Richtung. Aber egal ob Leistungssport  oder nicht – reiten werde ich wohl immer! Wie sich das mit dem Modeln entwickelt wird die Zukunft zeigen, aber ich würde es gern weiter machen.

Was waren Ihre größten Erfolge im Reitsport und was möchten Sie noch erreichen?
Meine größten Erfolge sind der 3. Platz in der Einzelwertung zur Weltmeisterschaft 2007 in England, der 2. Platz mit der Mannschaft und der 5. Platz in der Einzelwertung bei den Paralympics in Hongkong 2008. Seit Mitte Juni 2009 bin ich außerdem Deutscher Meister im Dressurreiten mit Handicap. Auch in Zukunft möchte ich unbedingt noch an internationalen Wettkämpfen teilnehmen und natürlich gute Platzierungen erreichen! Meine näheren Ziele sind jetzt die Europameisterschaft in Norwegen in diesem Jahr und 2010 die Weltreiterspiele in Kentucky.

Wie kommen Sie mit Ihrer prothetischen Versorgung zurecht?
Ich fühle mich mit meinen Prothesen sehr wohl. Bei Dresden GmbH bin ich auch wirklich gut aufgehoben, das Team ist immer für mich da, wenn ich ein Problem habe. Ab und zu gibt’s technische Verschleißerscheinungen, aber das ist normal. „Normal“ ist auch genau das Stichwort – meine Behinderung habe ich ja von Geburt an: Ich wurde von meiner Familie, meinem Umfeld und meinen Freunden immer wie jeder andere auch behandelt, deswegen empfinde ich mich auch nicht als behindert. Jeder Mensch ist anders – und ich bin eben so. Es wäre schön, wenn andere Prothesenträger auch diese Akzeptanz erfahren könnten.

Haben Sie Kontakt zu anderen Amputierten?
Leider sehr wenig. Aber ich interessiere mich schon sehr, wie andere so zurecht kommen. Am Chiemsee, wo das Shooting stattgefunden hat, habe ich einige nette Leute kennen gelernt. Da tauscht man dann schon mal ein paar Tricks aus …

Was möchten Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?
… dass man alles schaffen kann, wenn man es nur will. Es lohnt sich auf jeden Fall nicht, sich nur vorzustellen, wie etwas wäre wenn – man muss sich schon einsetzen und manchmal auch mehr als 100 Prozent geben. Das können ganz kleine Dinge sein - aber auch diese kleinen Dinge haben manchmal eine Riesenbedeutung für den Einzelnen.

Weitere Informationen und Kontakt zu Steffen Zeibig gibt es unter  http://www.steffen-zeibig.de.