Dejan Zvizdalo – Mit beiden Beinen fest im Leben

Projekt „Füße für Dejan“.

Im August 1993 verlor der Bosnier Dejan Zvizdalo beide Unterschenkel durch eine Landmine. Nach Jahren des Leidens erreicht den jungen Beinamputierten Hilfe aus Deutschland durch das Sanitätshaus Szabo in Velbert.

Was waren die genaueren Umstände der Amputation?

Als er beim Spielen mit Freunden auf einem Feld direkt neben dem Schulhof auf eine Landmine trat und beide Unterschenkel verlor, war Dejan Zvizdalo erst neun Jahre alt. Nachdem er im Krankenhaus Sarajevo operiert worden war, bekam er zwei Beinprothesen, mit denen er in der Lage war, wieder mühsam gehen zu können.

Allerdings brachten diese Prothesen viele Probleme mit sich und wurden für Dejan Zvizdalo eine große Belastung: Sie saßen schlecht und die Halteriemen an den Oberschenkeln waren unbequem. Um die Schmerzen zu reduzieren, gewöhnte sich der junge Bosnier Schonhaltungen an, was später zu Begleitschäden führte.

Wie ging es nach der Amputation weiter?

Trotz allem ließ sich Dejan Zvizdalo nicht unterkriegen. Er beendete die Schule und machte anschließend eine Ausbildung zum Klimakältemechaniker. Doch nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung fand Dejan keinen Arbeitsplatz, da er aufgrund seiner Behinderung und vor allem wegen der schlechten Prothesen nicht voll arbeiten konnte. Die Invalidenrente reichte zwar für das Nötigste, aber der junge Bosnier hoffte jeden Tag auf eine Änderung in seinem Leben.

Dejan Zvizdalo brauchte dringend Unterstützung und fachmännisch angefertigte Prothesen. Nach Jahren des Leidens wurden seine Hilferufe schließlich erhört. Pero Mandic, der 1992 aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland floh, berichtete seinem Freund Thomas Wolframm vom Schicksal seines Cousins Dejan. Der Velberter wollte direkt helfen und bat seinen Bruder Michael Wolframm, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Velbert, um Unterstützung, der auch sofort mit an Bord war.

Der Weg zur neuen und passenden Prothesenversorgung war nicht immer einfach.

Gemeinsam mit Pero Mandic fuhr Thomas Wolframm zur Messe MEDICARE in Düsseldorf und suchte dort nach Unterstützung von Prothesenherstellern. Glücklicherweise ließen sich die beiden durch einige Absagen nicht entmutigen und erhielten schließlich eine Zusage:

Thomas Oschlies, ein Mitarbeiter eines Herstellers medizinischer Hilfsmittel, konnte sich vorstellen, Dejan Zvizdalo zu helfen. Der erste Schritt war somit getan, doch jetzt musste die Finanzierung des Projekts „Füße für Dejan“ gesichert werden.

Auch hier war die Hilfsbereitschaft enorm: Die Kolpingsfamilie Velbert unterstützte Dejan Zvizdalo und sammelte durch verschiedene Aktionen etwa 2600 Euro für den jungen Bosnier. Weitere 1400 Euro wurden durch Privatspenden zusammengetragen. Die restlichen Kosten übernahm Thomas Oschlies’s Arbeitgeber.

Hilfe aus Deutschland vom Sanitätshaus Szabo.

André Szabo vom Sanitätshaus Szabo in Velbert erklärte sich bereit, die Prothesenversorgung kostenlos zu übernehmen. Physiotherapeut Andreas Weise bot an, Dejan fachmännisch zu begleiten, um die Haltungsschäden des Patienten auszugleichen und ihm den sicheren Umgang mit den neuen Prothesen beizubringen.

Nachdem auch die Finanzierung stand und die Aufgaben hinsichtlich Prothesenherstellung und Rehabilitation verteilt waren, stand dem Projekt „Füße für Dejan“ nichts mehr im Wege. Am 10. September 2009 kam der Bosnier in Velbert an. Bereits am Folgetag nahm André Szabo die Gipsabdrücke für die Schäfte und schon zehn Tage später konnte die erste Anprobe stattfinden.

Leider mussten die Schäfte nach der ersten Anprobe korrigiert werden, aber die Wartezeit wurde sinnvoll genutzt, denn in der Zwischenzeit trainierte Dejan täglich mit Andreas Weise in der MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr in Essen-Kettwig, die eine kostenlose Therapie ermöglichte.
Schließlich erhielt der Patient seine neue Prothese, die nicht nur sein Gangbild sondern auch seine Lebensqualität deutlich verbessert hat.

Dank der neuen Prothesenversorgung hält Dejan Zvizdalo an seinen Träumen fest.

Heute steht Dejan Zvizdalo wieder mit beiden Beinen fest im Leben. Seine Träume hat er noch nicht aufgegeben: Der sportbegeisterte Bosnier wollte schon immer Skilehrer werden und hat jetzt wieder Hoffnung geschöpft, sich diesen Traum irgendwann erfüllen zu können.

Dejan Zvizdalo reiste glücklich, dankbar und mit neuem Lebensmut zurück in sein Heimatland.

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