30900 Wedemark – Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e.V.

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Im Oktober 2009 wurde der Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e.V. (kurz: BMAB e.V.) auf Initiative zahlreicher bundesweit engagierter Selbsthilfegruppen und mit Unterstützung zahlreicher Einrichtungen, Institutionen und Privatpersonen gegründet. Mittlerweile hat sich der Verband als Interessensvertretung und Plattform für die Belange der Menschen mit einer Amputation im gesamten Bundesgebiet etabliert. Das Präsidium besteht aus Dieter Jüptner (Präsident), Detlef Sonnenberg (Vizepräsident), Catrin Körner (Schriftführerin) und Wolfgang Edmunds. Seit 2011 gibt es eine Geschäftsstelle, die für alle Belange von Amputierten per mail, telefonisch, per Fax oder per Post jederzeit erreichbar ist. Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle ist Kerstin Sonnenberg.

„Wir wollen als Verband für die Verbesserung der prothetischen Versorgung von Menschen mit einer Arm- oder Beinamputation eintreten. Wir unterstützen mit unserer Arbeit nachhaltig die berufliche und soziale Rehabilitation und die Verbesserung der Lebensqualität nach einer Amputation“, fasst Präsident Dieter Jüptner die Arbeit des Bundesverbands zusammen. Man möchte Hilfe, Rat und Unterstützung auf Augenhöhe bieten. „Denn niemand weiß so gut um die Belange, die Sorgen und Nöte von Amputierten als jemand, der das gleiche Schicksal teilt“, fährt er fort. „Wir wollen zuhören, verstehen und helfen und dann Defizite abstellen“.

Ziele der Arbeit des Bundesverbandes sind unter anderem die Gleichstellung aller amputierten Menschen unabhängig vom Versicherungsträger, eine individuelle und qualitativ hochwertige Prothesenversorgung von Menschen mit einer Amputation, die freie Wahl von Arzt, Sanitätshaus und Rehabilitationseinrichtung sowie die tatkräftige Unterstützung von Selbsthilfegruppen in Wohnortnähe der Amputierten durch Gründungsberatung, geeignete Materialien, Fördermittel und eine Aus- und stete Weiterbildung der Leiter. Der Bundesverband veranstaltet in Kooperation mit Kliniken, Sanitätshäusern und anderen Einrichtungen regelmäßig regionale Veranstaltungen für seine Mitglieder und interessierte Gäste.

„Wir wollen, dass amputierte Menschen mobil bleiben und dabei wollen wir am Anfang der Behandlungskette stehen und nicht am Ende!“ betont Jüptner. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es oft ein harter und langer Weg von einer fachgerecht ausgeführten Amputation bis hin zum größtmöglichen Mobilitätsgrad des Betroffenen ist.“ Viele Betroffenen haben einen schweren Weg hinter sich – ihre Erfahrungen von nicht fachgerecht ausgeführten Amputationen über die Überweisung in eine für den amputierten Patienten nicht geeignete Reha-Einrichtung und der mangelnden oder gar komplett fehlenden Kompetenz von Therapeuten und Orthopädietechnikern auf gewissen Fachgebieten oder gar der komplett falschen Prothesenversorgung ähneln sich häufig. „So etwas darf es einfach nicht geben“ bekräftigt Jüptner.

Die Forderungen des Bundesverbands richten sich an die Politik, an die Ärzte, an die Krankenkassen, an die Orthopädietechniker. „Letztendlich gewährleistet nur eine erfolgreiche Zusammenarbeit aller Glieder dieser Kette, die den Patienten vom Augenblick der Amputation bis hin zu seinen ersten Schritten mit der für ihn individuell angepassten Prothese begleiten, eine individuelle Prothesenversorgung und ermöglichen dem Patienten Lebensqualität.“ Von der Politik fordert der Bundesverband beispielsweise eine finanzielle Förderung des medizinischen, wissenschaftlichen und technischen Fortschritts in der Prothetik und die Einrichtung eines Amputationsregisters, von den Medizinern die fachgerechte ärztliche Verordnung für die optimale orthopädietechnische Versorgung und eine angemessene ärztliche Verordnung von Physiotherapie zur Vermeidung von Folgeschäden und daraus resultierenden Folgekosten, von den Krankenkassen die Erhaltung der freien Wahl des Arztes, des Sanitätshauses und der Reha-Einrichtung und von den Orthopädietechnikern die adäquate Betreuung eines jeden amputierten Patienten und eine Weiterbildung im medizinischen und prothetischen Bereich.

Im Bundesverband haben sich amputierte Menschen für andere Amputierte zusammengeschlossen. Gemeinsam und aus eigener Erfahrung heraus wurden bereits Hilfsmittel für Amputierte konzipiert und auf den Markt gebracht. Dazu gehört unter anderem der „AmpuRucksack“, der Informationen und Artikel enthält, die den Patienten unmittelbar nach einer Amputation das alltägliche Leben und die Gewöhnung an die neue Situation mit der Prothese immens erleichtern können.

Im kommenden Sommer (2015) richtet der Bundesverband im August sein erstes Jugendcamp für 10 bis 17 Jahre alte Kinder und Jugendliche mit einer Amputation oder einer angeborenen Gliedmaßenfehlbildung aus. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 begrenzt. Schirmherr ist der Mediziner und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen. Dabei sollen die Teilnehmer unter anderem lernen, ihre Behinderung zu akzeptieren und eigene Vorurteile abzubauen, erkennen, dass auch mit Behinderung nahezu alles möglich ist und ein stärkeres Selbstbewusstsein bekommen. Auf dem Programm stehen zahlreiche sportliche Aktivitäten – von Bogenschießen bis Kanufahren. An einem Wochenende haben die Eltern und Erziehenden der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung die Möglichkeit zum Austausch unter der Moderation eines Mitglieds aus dem BMAB-Präsidium. Durch die großzügige und großartige Unterstützung von Kooperationspartner können die Kinder und Jugendlichen kostenlos am Camp teilnehmen. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Nähere Informationen erhalten interessierte Familien auf der Internetpräsenz des Bundesverbands (www.bmab.de) oder bei der Geschäftsstelle (per E-Mail: [email protected] oder per Telefon 089-6141740-10).

Der Bundesverband informiert seine Mitglieder 4x im Jahr mit der „AmpuTee“, dem eigenen Magazin. Dieses behandelt aktuelle Themen rund um das Leben mit Amputation. Unter anderem aus der Orthopädietechnik, der aktuellen Rechtsprechung und aus den Aktivitäten der Selbsthilfegruppen. In Newslettern fassen die Verantwortlichen des Bundesverbands wichtige Nachrichten und für amputierte Menschen relevante Gerichtsurteile zusammen. Auf seiner Internetpräsenz stellt sich der Bundesverband mit seinen Zielen, Aktivitäten und Projekten ausführlich vor.

Categories: Selbsthilfegruppen

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