90471 Nürnberg

90471 Nürnberg – Prothesen-Netz-Franken “PRONEFRANK”

Eine Selbsthilfegruppe ist eine Anlaufstelle, bei der sich Patienten, Angehörige, Therapeuten, Orthopädietechniker und Ärzte begegnen und ihre Erfahrungen austauschen können. Das „Prothesen-Netz-Franken“, kurz „Pronefrank“ hilft weiter.

„Pronefrank“ wurde im November 2004 im mittelfränkischen Nürnberg gegründet. Eine kleine Gruppe von Betroffenen, Therapeuten, Orthopädietechnikern und einem Chirurgen erkannte damals eine Lücke in der Versorgungskette, die allen gleichermaßen zu denken gab: Die Betroffenen sind, wenn sie von ihren Rehamaßnahmen zurückkehren, überwiegend auf sich alleine gestellt und sehen sich im Alltag mit teilweise völlig neuen Anforderungen und unüberwindlich erscheinenden Hindernissen konfrontiert.
Aus diesem Grunde ist Selbsthilfe so wichtig
Eine Selbsthilfegruppe ist und soll ein Anlaufpunkt für Fragen und Probleme des Alltags sein und die Amputierten bei einer schnellen Rückkehr in ein geregeltes Leben begleiten. Dies hat sich das „Prothesen-Netz-Franken“ zur Aufgabe gemacht. Das Ziel ist zunächst die Hilfe zur Selbsthilfe – gegenseitige Motivation ist hierbei äußerst wichtig. Mitgliedern und Gästen soll die Möglichkeit gegeben werden, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig Mut zu machen – so teilt man sich Erfahrungen und es muss nicht jeder alleine von vorne beginnen.

Wie gestaltet sich Selbsthilfe in der Praxis?
Bei jedem Treffen werden Themen erfragt, die von Interesse sein könnten. Bis zum nächsten Treffen kann jeder die Themenbereiche nach seinem Können und Wissen aufarbeiten und schließlich seine Überlegungen berichten. Die gegenseitige Motivation, etwas Neues anzupacken und auf die Beine zu stellen und sich dabei nicht unterkriegen zu lassen ist für „Pronefrank“ eine positive Art der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Bereits beim ersten Treffen von „Pronefrank“ konnten die Erfahrungen eines Betroffenen genutzt und weitergeben werden. Thema war der europaweit passende Schlüssel für alle öffentlichen Behindertentoiletten – die meisten Anwesenden kannten diese Einrichtung vorher noch nicht.

Machen Sie mit!
Es lohnt sich also, bei den Treffen anwesend zu sein und sich gegenseitig Tipps und Tricks vermitteln. Neben dem fortwährenden Erfahrungsaustausch soll aber auch die Vorstellung von neuen Produkten und Innovationen nicht zu kurz kommen. Hierfür stellen sich die in der Selbsthilfegruppe befindlichen Orthopädietechniker zur Verfügung. Sie verfügen über das notwendige Fachwissen und können den Betroffenen so die Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensqualität und der Bewältigung des Alltags näher bringen. Daneben stehen auch Ärzte und Therapeuten den Mitgliedern immer wieder Rede und Antwort.

Derzeit hat „Pronefrank“ ca. 35 Mitglieder. Davon sind ca. 75 Prozent beinamputiert, außerdem gehören auch Angehörige, Therapeuten und Orthopädietechniker zur Gruppe. Die Altersstruktur der Mitglieder ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die meisten der Betroffenen sind ältere Menschen, aber auch Amputierte im Alter ab 35 Jahren sind Mitglied. Kurzum eine gesunde Mischung, denn jede Altersgruppe hat unterschiedliche Belange und Wünsche, so dass ein abwechslungsreiches Programm und vielfältige Gesprächsthemen entstehen können.

Regelmäßige Treffen bei “Pronefrank” in Nürnberg
Die regelmäßigen Treffen des „Prothesen-Netz-Franken“ finden in den ungeraden Monaten am jeweils 2. Donnerstag des Monats um 17 Uhr in der Gaststätte „Bahnhof Dutzendteich“ statt. Bei der Gaststätte handelt es sich um einen alten Bahnhof, der zum Restaurant umgebaut wurde. Das hat sich als besonderer Vorteil erwiesen, da hier ein ebenerdiger Zugang möglich ist und behindertengerechte sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen. Es ist also auch möglich, mit dem Rollstuhl barrierefrei zu den Treffen zu kommen.

Schwimmtreff für Amputierte
Auch zwischen den Treffen wird Kontakt zu den Mitgliedern gehalten und die Zeit für gemeinsame Unternehmungen genutzt. Ein fester Termin ist zum Beispiel das Amputiertenschwimmen oder Wassergymnastik unter Anleitung von Therapeuten im Klinikum Nürnberg: Hier kann man auch als Amputierter wieder nahezu schwerelos beweglich sein – in 32 Grad warmen Wasser. Dabei werden vernachlässigte Muskelgruppen gekräftigt, Verspannungen gelöst und verkürzte Muskeln gedehnt. Keiner muss sich Sorgen machen „Wie komme ich ohne Prothese über die rutschigen Fliesen ins Wasser?“ und „Kann ich mich überhaupt über Wasser halten?“. Ein Lifter, verschiedene Auftriebshilfen und genügend Rollis ermöglichen das therapeutische Schwimmvergnügen – übrigens auch für Nichtschwimmer.

Die Mitglieder von Pronefrank müssen keine Beiträge in Form von regelmäßigen Zahlungen leisten, da sich die Selbsthilfegruppe aus Spenden, meist aus den eigenen Reihen, teils durch Sponsoring aus der Wirtschaft und der Industrie, trägt. Aber nicht nur die Hilfe mit monetären Mitteln ist gefragt, sondern auch die aktive Mithilfe wie z. B. gegenseitige Unterstützung bei Behördengängen oder ähnliches.

Haben wir Ihr Interesse an der Arbeit von „Pronefrank“ geweckt und wünschen Sie nähere Informationen? Gerne helfen Ihnen weiter:

Prothesen-Netz-Franken (Pronefrank)

Tobias Gruber
c/o Gesundheits-Netz-Franken e.V.
Tucholskystr. 2
90471 Nürnberg
Telefon 0911-9984155
Email: [email protected]
Homepage: www.amputiert.org/pronefrank

Categories: Selbsthilfegruppen

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