Achilles International Germany

Achilles International Germany – Interview mit Alexander Hentzschel

„Achilles International Germany“ ist ein gemeinnütziger Verein des sogenannten Inklusionssports, bei dem Menschen mit und ohne körperliche Behinderung gemeinsam laufen.

Was gab Ihnen den Anstoß dazu „Achilles International Germany“ zu gründen?

In München traf ich eine junge New Yorkerin mit ihrem Blindenhund, die jemanden als Laufbegleitung suchte. Ein Jahr später lief ich mit ihr beim New York City Marathon. Dabei lernte ich den Verein kennen. Von der Idee, bei gemeinsamen Lauftreffs andere Personen zu begleiten, war ich so angetan, dass ich so etwas auch in München tun wollte.

Wie lautet die Leitidee der Organisation?

Die Barrieren zwischen Behinderten und Nichtbehinderten zu reduzieren. Menschen mit allen Arten körperlicher Behinderungen sollen durch regelmäßige, gemeinsame Lauftreffs die Möglichkeit gegeben werden, ihre persönliche Leistung zu fördern, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen und an Laufveranstaltungen teilzunehmen.

Stehen Sie im regelmäßigen Austausch mit den internationalen Clubs?

Ja. Wir halten regelmäßig Kontakt zum Büro in New York, welches uns über Aktivitäten der Vereine in den internationalen Clubs informiert. Außerdem lädt einmal im Jahr ein internationaler Club die anderen Clubs zu einem dortigen Marathonlauf ein. Des Weiteren erfolgt die Anmeldung und Betreuung der Mitglieder zum New York City Marathon seitens unseres Büros in New York City. Zwei Tage vor dem Rennen findet für alle Teilnehmenden ein großes Meeting mit Gala-Buffet statt.

Wo finden die Marathonläufe statt und wie oft?

Die einzelnen Local Clubs stellen sich selbstverständlich auf die Bedürfnisse, Interessen und Möglichkeiten der einzelnen Mitglieder ein. Unser Signalevent ist der „Hope & Possibility – Run“, bei dem Läufer mit und ohne Behinderung nebeneinander teilnehmen.

Wie kann man sich die Vorbereitung für einen Läufer mit Behinderung vorstellen?

Je nach Art der Behinderung wird der Lauftreff individuell gestaltet. Alle unsere Guides erhalten eine qualifizierte Einweisung. Diese wird für Laufveranstaltungen explizit auf die jeweiligen Behinderungen erweitert, um größtmögliche Sicherheit und Freude bieten zu können.

Unter welcher Erkrankung leiden Sie selbst?

1989 wurde bei mir CIDP, eine Entzündung des peripheren Nervensystems, diagnostiziert. Außerdem leide ich seit 1994 an schubförmiger Multipler Sklerose.

Laufen Sie selbst Marathon?

Bis 2000 absolvierte ich zehn Marathonläufe auf Zeit. Von 2002 bis 2004 begleitete ich dreimal einen Teilnehmer mit Behinderung beim New York City Marathon. 2005 bis 2009 bekam ich wegen meiner MS-Erkrankung selbst Begleitpersonen an die Seite. Außerdem helfe ich jedes Jahr bei der Organisation.

Wann und wo trifft sich Ihr Lauftreff in München und welche Distanz wird gelaufen?

Aktuell treffen wir uns jeden Donnerstagabend um 18 Uhr im Olympiapark. Der Lauftreff wird abhängig von den anwesenden Mitgliedern gestaltet.

Kann man einfach zum Lauftreff kommen und mitlaufen oder muss man sich anmelden?

Eine Anmeldung ist für das Kennenlernen nicht notwendig, aber zur besseren Abstimmung empfiehlt es sich, eine E-Mail vorab zu schicken. Für Betroffene ist es wichtig, die Art der Behinderung sowie notwendige Medikamente anzugeben.

Wie finanziert sich der Verein?

Wir verlangen keine Mitgliedsgebühren sondern finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und Sponsoreneinnahmen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Categories: Sport mit Prothese

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