Aktionsbündnis Bewegen statt Behindern

Aktionsbündnis – Bewegen statt Behindern

Aktionsbündnis Bewegen statt behindern

Angesichts der drohenden und zum Teil schon realisierten Einschnitte in der orthopädietechnischen Versorgung von arm- und beinamputierten Menschen wurde das Aktionsbündnis „Bewegen statt Behindern“ ins Leben gerufen.

Dreh- und Angelpunkt dieser Betroffenen-Initiative sind die Belange amputierter Menschen und ihr Recht auf die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Mit einer Unterschriftenkampagne, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und gezielten Informationen wird sich für eine dem Stand des medizinischen, wissenschaftlichen und technischen Fortschritts entsprechende Versorgungsqualität stark gemacht.

Ziel von „Bewegen statt Behindern“ ist es, arm- und beinamputierte Menschen über die aktuelle Situation im Gesundheitswesen zu informieren, ihren Protest zu organisieren und sie dabei zu unterstützen, sich für eine individuelle und zeitgemäße Prothesenversorgung erfolgreich einzusetzen.

Zehn Thesen, die „Bewegen statt Behindern”

1. Der medizinische, wissenschaftliche und technische Fortschritt in der Prothetik muss in Deutschland weiterhin solidarisch finanziert werden.

2. Die orthopädietechnische Versorgung muss auf Basis einer fachgerechten ärztlichen Verordnung erfolgen und darf nicht durch den Preis diktiert werden.

3. Individuelle und qualitativ hochwertige Prothesenversorgungen sind volkswirtschaftlich sinnvoll und tragen dazu bei, Kosten im Gesundheitswesen zu sparen.

4. Die ganzheitliche Rehabilitation erfordert eine optimierte Behandlungskette durch ein qualifiziertes Rehabilitationsteam.

5. Die freie Wahl des Arztes, des Sanitätshauses und der Rehabilitationseinrichtung muss erhalten bleiben.

6. Pauschal- oder Festbetragsregelungen sind kein geeignetes Instrument, um eine adäquate Versorgung amputierter Menschen zu realisieren.

7. Eine Wiederverwendung von Prothesenpassteilen führt zu unkalkulierbaren Risiken und ist kontraproduktiv.

8. Zuzahlungsmodelle, die amputierte Menschen über ein sozialverträgliches Maß hinaus belasten, sind abzulehnen.

9. Überversorgungen und Ineffizienzen im Versorgungsgeschehen sind zu Gunsten einer angemessenen Versorgung jedes Patienten zu vermeiden.

10. Amputierte Menschen müssen zu vollwertigen Partnern im Rehabilitationsprozess werden, damit sie die Verantwortung für ihre Gesundheit besser wahrnehmen können.

Wie können Sie die Aktion unterstützen?

Die Koordination des Aktionsbündnisses „Bewegen statt Behindern“ hat die Zeitschrift HANDICAP übernommen. Ob Sie selbst von einer Amputation betroffen oder Familienangehöriger sind, als Organisation oder beruflich mit amputierten Menschen zu tun haben: Helfen Sie dabei, ein schlagkräftiges Netzwerk zu bilden. Die Interessen amputierter Menschen und die Fragen der orthopädietechnischen Versorgung sollten in den Medien und in der Politik mehr Gehör finden.

„Bewegen statt Behindern“ ist ein Aktionsbündnis von Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen im Sinne der Behinderten-Selbsthilfe. Die Teilnahme ist freiwillig und unverbindlich.

Categories: Infomaterial

Leave A Reply