Die nachfolgenden Mobilitäts- und Stabilisierungsübungen helfen dir, deine Oberschenkelprothese in verschiedenen Alltagssituationen kennenzulernen und bestimmte Bewegungsabläufe zu trainieren. Sie lassen sich einfach in deinen Alltag integrieren und unterstützen dich dabei, mehr Sicherheit und Vertrauen beim Gehen zu erhalten sowie die Koordination deiner Prothese und damit auch dein Gangbild zu verbessern.

Du kannst die Übungen grundsätzlich so oft wiederholen wie es dir angenehm erscheint. Allerdings solltest du, vor allem wenn du dich noch in der Eingewöhnungsphase befindest, maximal 10 aufeinanderfolgende Wiederholungen je Übung ausführen, um eine Überbelastung deines Stumpfes zu vermeiden.

Die hier gezeigten Übungen sind Beispielübungen. Bespreche vorab unbedingt mit deinem Orthopädietechniker, Physiotherapeuten oder Gehschultrainer, welche Übungen sich optimal für dich eignen und lasse dir zeigen, wie du diese korrekt ausführst.


Seitliche Beckenbewegung
1. Seitliche Beckenbewegung

Stelle deine Füße in einem Abstand von ungefähr 10 cm auf den Boden und bewege dein Becken langsam von links nach rechts und wieder zurück. Spüre wie sich dein Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagert.

Treppensteigen
2. Treppensteigen

Verlagere dein Gewicht langsam auf das Prothesenbein. Drücke anschließend das amputierte Bein in den Schaft und stelle den Fuß des gesunden Beines auf die Stufe. Spüre wie dein gesamtes Gewicht auf deinem Prothesenkniegelenk ruht. Versuche das Gleichgewicht auf der Prothesenseite mit Hilfe deiner Hüftmuskulatur zu kontrollieren.

Vorwärts schreiten
3. Vorwärtsschreiten

Gehe mit deinem gesunden Bein einen Schritt nach vorn und verlagere dabei dein Gewicht aktiv auf die Prothesenseite. Konzentriere dich darauf das Gleichgewicht zu halten, während du vorwärts und rückwärts gehst.

Gehen
4. Gehen

Mache Gehübungen, während dein(e) Orthopädietechniker(in) oder Physiotherapeut(in) dein Becken auf der Prothesenseite leicht zurückhält. Durch diesen erhöhten Widerstand während der Übung erreichst du ein höheres Vorwärtsmoment, sodass du in längeren und natürlicheren Schritten gehst.

Eine 8 gehen / Drehungen
5. Eine “8” gehen / Drehungen

Platziere zwei Gegenstände (z.B. zwei Becher) auf dem Boden und gehe eine 8 oder mache leichte Drehungen. Konzentriere dich auf die Abrollbewegung des Prothesenfußes und spüre die Beugung deines Prothesenkniegelenks.

Gehen mit Walkingstöcken
6. Gehen mit Walkingstöcken

Durch das Verwenden von Stöcken kannst du deine Rumpfdrehung und dein Gleichgewicht verbessern, während du dich an dein neues Prothesenkniegelenk gewöhnst. Durch aktives Belasten der Prothese (indem du dein Gewicht darauf verlagerst) und eine sanfte Abrollbewegung des Fußes verbesserst du dein Gangbild.

Setzen
7. Setzen

Stelle den Prothesenfuß leicht vor den anderen Fuß. Verlagere anschließend dein Gewicht auf dein Prothesenkniegelenk und entlaste es nicht, bis du es leicht einbeugen kannst. Jetzt kannst du dich mit Hilfe des spürbaren Widerstandes – bzw. der spürbaren Bremskraft – langsam setzen. 

Aufgrund unterschiedlicher Technologien reagieren verschiedene Prothesenkniegelenke beim Hinsetzen, z.B. hinsichtlich der höhe des Widerstands, sehr unterschiedlich. Frage deshalb unbedingt deinen Orthopädietechniker wie du diese Übung am besten ausführst!

Treppe hinuntergehen
8. Treppe hinuntergehen

Halte dich am Handlauf / Geländer fest und stelle die hintere Hälfte des Prothesenfußes auf die Stufe. Übe das Gewicht auf die Prothesenseite zu verlagern und bewege das Becken schrittweise nach vorn. Dadurch lädst du dein Prothesenkniegelenk und erzeugst den für deinen nächsten Schritt benötigten Widerstand.

Rampe hinuntergehen
9. Rampe oder geneigte Ebene hinuntergehen

Halte dich am Handlauf / Geländer fest und mache kleine, gleichmäßige Schritte. Durch laden des Prothesenkniegelenks erzeugst du Widerstand, der erforderlich ist, um die Rampe auf kontrollierte Weise zu durchlaufen.