Wie und woher bekomme ich meine Prothese?

Nach einer möglichen Früh- und Interimsversorgung (vorläufige Prothese) steht die endgültige Versorgung mit einer Beinprothese an, die Dir laut des Sozialgesetzbuch V (SGB V) zusteht. Dein behandelnder Arzt sollte bestenfalls direkt auf dem Rezept vermerken, welche Prothese für dich geeignet ist und warum. Der Orthopädietechniker erstellt anhand dieser Vorgaben einen Kostenvoranschlag für die Prothese, der zur Genehmigung an die zuständige Krankenkasse gesandt wird. Das sollte die Genehmigung des Kostenträgers erleichtern, schließlich sollte Deine Prothese optimal an Dich und Deine Bedürfnisse angepasst werden – Du musst Dich sicher und wohlfühlen mit Deinem Hilfsmittel.

Deinen Orthopädietechniker lernst Du in der Regel bereits beim Ausmessen und Anpassen der postoperativen Silikonhülle kennen. Du kannst dein Sanitätshaus aber jederzeit wechseln und frei wählen. Abhängig vom Verlauf Deiner Wundheilung bestimmt dann Dein Arzt in Absprache mit dem Orthopädietechniker den richtigen Zeitpunkt für die Anpassung der ersten Prothesenversorgung. Ist ein Termin gefunden, fertigt der Orthopädietechniker einen Gipsabdruck Deines Stumpfes an. Von diesem Abdruck wird dann Dein erster Prothesenschaft modelliert. Dabei gibt es verschiedene Techniken zur Schaftgestaltung – Dein Orthopädietechniker wird Dich gerne beraten. Entsteht dem Amputierten durch eine Fehlversorgung oder die Auswahl falscher Passteile ein Schaden, haftet das Sanitätshaus und muss gegebenenfalls Schadensersatz leisten.

Bei der Auswahl der richtigen Prothesenpassteile spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dabei hilft entscheidend der ermittelte Mobilitätsgrad, bei dem bereits die eigene Lebens- und ggf. Begleiterkrankungssituation berücksichtigt wird. Einige Sanitätshäuser haben sich auf die Versorgung mit modernen und fortschrittlichen Beinprothesen spezialisiert. Hier beraten Dich geschulte Experten über mögliche Lösungen und bieten Dir ein Probetragen an. 

Leider gibt es immer wieder Schwierigkeiten bei der Genehmigung der Prothese seitens der Krankenkassen. Hier heißt es: Durchhalten und Widerspruch einlegen! Jeder Amputierte hat Rechtsanspruch auf eine Prothesenversorgung, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht. In vielen Urteilen wurde von der Rechtsprechung festgelegt, dass die verloren gegangene Körperfunktion „im Sinne eines Gleichziehens mit einem gesunden Menschen“ wieder herzustellen ist. Sollte der Kostenträger trotz Widerspruch erneut ablehnen, kannst Du beim zuständigen Sozialgericht eine Klage einreichen. Deine Chance steht hierbei recht gut. Es lohnt sich also, bei einer Ablehnung nicht sofort aufzugeben.

Quelle: eurocom