Eine Prothese kann dein Bein nicht ersetzen. Aber die moderne Prothetik kann dir helfen, ein mobiles, unabhängiges und aktives Leben zu führen. Dafür muss sie perfekt auf dich, deine körperliche Konstitution und deine Bedürfnisse abgestimmt sein. Ziel ist es, dir optimale Funktionalität zu bieten und eine natürliche Bewegung zu erlauben. Letztlich geht es darum, größtmögliche Mobilität, Unabhängigkeit und Lebensqualität zu erreichen.


Wann komme ich zu meiner Prothese?

Für die Verordnung der Prothese ist dein behandelnder Arzt zuständig. Abhängig vom Verlauf der Wundheilung bestimmt er auch in Absprache mit deinem Orthopädietechniker den richtigen Zeitpunkt für die Anpassung der ersten Prothesenversorgung. Sprich: Sobald es der Zustand deines Stumpfes zulässt, können Vermessung und Aufbau deiner ersten Prothese beginnen. Nach einer Früh- und Interimsversorgung mit einer vorläufigen Prothese steht die endgültige Versorgung mit einer Beinprothese an.


Welche Prothese passt zu mir?

Verantwortlich für die Beratung sowie die Fertigung und Wartung deiner Prothese ist dein Orthopädietechniker. Du lernst ihn in der Regel bereits im Amputationskrankenhaus kennen. Allerdings kannst du frei wählen und ihn und das Sanitätshaus jederzeit wechseln. Einige Sanitätshäuser haben sich übrigens auf die Versorgung mit modernsten Beinprothesen spezialisiert. Hier beraten dich geschulte Experten, um die für dich perfekte Lösung zu finden. In der Regel ist ein Probetragen möglich.

Bei der Auswahl der richtigen Prothesenpassteile spielen viele Faktoren eine Rolle. Entscheidend ist der Mobilitätsgrad, bei dem der Orthopädietechniker Ist- und Sollzustand ermittelt, um gemeinsam mit dir die bestmögliche Lösung zu finden.


Wer übernimmt die Kosten? 

Laut Sozialgesetzbuch V (SGB V) hast du einen Rechtsanspruch auf eine Prothesenversorgung, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dein behandelnder Arzt sollte auf dem Rezept vermerken, welche Prothese bzw. welche Passteile für dich geeignet sind, um die Genehmigung durch den Kostenträger zu erleichtern. Auf dem Rezept sollte auch die Begründung für die Wahl der Prothese vermerkt sein. Anhand dieser Vorlage erstellt der Orthopädietechniker einen Kostenvoranschlag, welcher zur Genehmigung der Krankenkasse zur Genehmigung zugesendet wird.

Die Genehmigung Deiner Versorgung durch die Krankenkasse ist nicht immer einfach zu erhalten. Alle Sozialversicherungsträger (gesetzliche Krankenkassen, Berufsgenossenschaften) dürfen den von deinem Sanitätshaus eingereichten Kostenvoranschlag mit deiner Versorgung in einem engen Rahmen überprüfen, wovon sie regelmäßig Gebrauch machen. Der Prüfungsrahmen wird manchmal überschritten, teilweise auch ungerechtfertigt eine „alternative“ Versorgungslösung vorgeschlagen oder gar keine Kostenzusage erteilt, aus den unterschiedlichsten Gründen.  Hier heißt es: Durchhalten und Widerspruch einlegen! In vielen Urteilen wurde von der Rechtsprechung entschieden, dass die verloren gegangene Körperfunktion „im Sinne eines Gleichziehens mit einem gesunden Menschen“ wiederherzustellen ist . Schließlich ist ein „unmittelbarer Behinderungsausgleich“ herzustellen. Sollte der Kostenträger trotz eines Widerspruchs erneut ablehnen, kannst du beim zuständigen Sozialgericht innerhalb der Frist von einem Monat Klage einreichen. In der Regel ist davon auszugehen, dass dann, wenn dein Orthopädietechniker begründen kann, dass Du Deine konkret gewählte Prothesenversorgung brauchst und die eingesetzten Prothesenpass- und funktionsteile nutzen kannst, ein Klageverfahren erfolgreich sein wird. Es lohnt sich also, bei einer Ablehnung nicht sofort aufzugeben.

(vgl. hierzu „Rechtsratgeber: Recht und Anspruch bei der Prothesenversorgung“, als .pdf kostenlos erhältlich unter http://eurocom-info.de/service/publikationen/)